Viele Touristen, kühle Temperaturen, Nebelwald und hohe Preise
Am 26.12.24 verabschiedeten wir uns von der schönen Unterkunft und den netten Gastgebern, um weiter zu fahren. Das Ziel waren jetzt die Cameron Highlands und das von Osten, einem Weg der früher eher abenteuerlich war und den ich noch nicht kannte.
Es ging also zunächst wieder durch die Palmölplantagen zurück nach Jerantut und dann durch das sehr ländlich geprägte und landschaftlich schöne Tal des Sungai Pahang nach Kuala Lipis. Ausser einem kurzen Versorgungsstopp fuhren wir direkt weiter in Richtung der Berge. In Kampung Bercang bogen wir von der Hauptstraße ab. Ich erwartete hier dann eine schwierige Piste, wurde aber eines Besseren belehrt. Die Straße war bestens ausgebaut und es gab wenig Verkehr. Dafür wurde die Landschaft immer schöner und die Berge immer höher. Die kurvenreiche Straße bot immer wieder neue Ausblicke und war sehr abwechslungsreich.





Irgendwann nachmittags änderte sich dann die Landschaft und der Wald wich mehr und mehr Feldern und Gewächshäuser – wir kamen also in den Cameron Highlands an. Das machte sich auch schnell am Verkehr bemerkbar, der ständig mehr wurde. In Ringlet merkten wir dann schnell, wie touristisch geprägt diese Gegend ist: volle Parkplätze, Busse, Stau und viele Menschen. Im Schneckentempo ging es weiter Richtung unseres Zieles, Tanah Rata. Auf dem Weg nahmen wir ein kolumbianisches Mädchen mit, das vom Laufen schon etwas kaputt war und ließen sie in Tanah Rata dann ihr Hostel suchen. Wir suchten auch, und zwar unsere Unterkunft, die wir ein paar Tage vorher reserviert hatten. Das Hotel, das Century Pines Resort, entpuppte sich dann als großer Kasten, der zwar recht schön gelegen war, aber mit einheimischen Familien ziemlich ausgebucht war. So richtig Freude kam nicht auf, es war voll und laut und für den Preis doch schon etwas herunter gekommen.
Nun ja, es war ja nur zum Schlafen… Und wir machten uns deshalb auch gleich auf den Weg, die Stadt zu erkunden, eine Wanderkarte zu besorgen und nach Restaurants zu suchen. Bei leichtem Regen liefern wir die Straße entlang, der Gehweg verläuft zum Glück zum Großteil unter Arkaden, und schauten uns die Restaurants und Geschäfte an. Es gibt neben der obligatorischen Hot Pot Restaurants sehr viele Inder und natürlich auch westliches, wie Bürger und Pizza. Am Einkaufszentrum fanden wir eine ziemlich nette Bar, wo wir erst einmal ein Bier trinken konnten.
Dann ging es wieder zurück, vorbei an ein paar Hawker-Ständen, zu einem Restaurant, das Zélia herausgesucht hatte und das sich recht gut angehört hatte. Leider konnten wir es nicht finden, es stellte sich heraus, daß es wohl nicht mehr existierte.










Wir gingen nochmal zu den Hawkern, Zélia holte sich einen frischen Maiskolben und ich mir ein paar Satais, beides lecker aber auch nur ein kleiner Snack. Letztendlich landeten wir dann bei einem Inder und aßen dort leckere Curries, Dhal und Naan. Eine Wanderkarte könnten wir nicht finden. Es ist wohl mittlerweile so, daß die ganzen Touranbieter unterbinden möchten, daß man auf eigene Faust wandern geht. Deswegen bieten sie keine Karten mehr an und behaupten auch oft, daß Wege gesperrt seien. Wir beschlossen also, auch aufgrund des Wetters, am nächsten Tag mit dem Auto herum zu fahren und dabei nach den Wegen zu suchen.
Der nächste Tag begann dann erst einmal mit einer Bitte, unter Zimmer zu putzen und den Badezimmer Abzug zu reparieren, danach folgte das Frühstück. Ein typisches Buffet Frühstück, nicht gut, nicht schlecht aber voller Menschen, laut und mit grossen Warteschlangen. Man merkt wohl, daß es hier keine Empfehlung geben wird…
Dann ging es auf Tour. Das Wetter war besser als am Vortag. Feucht und neblig ist es hier immer, aber es regnete nicht. Unser Ziel war heute der Mossy Forest Park, die BOH Teeplantage, eine Erdbeerfarm und ein Gemüsemarkt.








Die erste Station, den Mossy Forest erreichen wir nach kurzem Stau am Markt von Brinchang über abenteuerliche Straßen mit spektakulärerer Aussicht. Leider versperrte uns ein riesiges Schlagloch und eine Absperrung die finale Zufahrt, also parkten wir unterhalb. Ein Schild auf der Absperrung besagte, daß eine Anfahrt zum Park nicht möglich wäre, ließ aber offen, ob der Park selbst geöffnet sei. Nachdem wir uns nett mit ein paar Malaysiern unterhalten hatten, waren alle sich einig, daß wir es mal zu Fuß probieren. Der erste Anstieg war steil, lohnte sich aber gleich, weil wir dort eine tolle Aussicht auf die Felder und Teeplantagen hatten. Zur Krönung flogen dann auch noch mehrere Nashornvögel vorbei. Der Rest des Weges ging auch weiter stramm den Berg hinauf und führte durch den Nebelwald mit seinen Baumfarnen und Kannenpflanzen – sehr schön!
Oben angekommen stellte sich dann heraus, daß der Park wirklich geschlossen war, auch die Aussicht endete im Nebel. Schade, aber trotzdem eine kleine schöne Wanderung.














Die nächste Station war die Sungai Palas Team Estate. Dorthin ging es wieder über abenteuerliche Wege mit toller Aussicht. Die Teefabrik ist ein weiterer touristischer Hotspot und war an diesem Tag auch gut besucht. Wir stärkten und erst mal mit Tee bzw. Kaffee und zwei sehr leckeren Torten, das Ganze mit schöner Aussicht auf die Teeplantagen. Danach ging es zum Shop, wo ich mich wieder mal mit Tee eindecken konnte. Die anschließende Führung durch die Fabrik war ganz nett, hätte man sich aber auch sparen können. Apropos sparen: der Besuch ist umsonst, Getränke und Kuchen sind recht günstig.















Eine Erdbeerfarm ließen wir aus, weil es bei einer keine Parkplätze mehr gab, wir die nächste übersehen hatten und dann bei der dritten keine Lust mehr hatten. Dafür schauten wir uns den Obst und Gemüsemarkt an. Hier gab es eigentlich alles, was in Malaysia so wächst, wirklich interessant. Manchmal durften wir auch probieren und konnten so herausfinden, was man mal gegessen haben muss und was nicht. Das hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Was sich nicht gelohnt hat, war das Hotel. Als wir zurück kamen, war nichts repariert bzw. gereinigt worden. Ich ging nochmal zur Rezeption, um mich zu beschweren, Märkte aber schnell, daß es den Angestellten relativ egal war. So beschlossen wir, einen Tag früher abzureisen, was dem Hotel aber ebenso egal war. Immerhin haben wir die überzählige Übernachtung später erstattet bekommen.
Abends ging es für uns dann in eine Pizzeria zum Essen. Die Pizza war auch gut. Nach einem Bier an drr Eckbar ging es zurück zum Hotel und wir freuten uns, die Cameron Highlands zu verlassen und nach Ipoh weiter zu fahren.